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Filmreview: Wonder Woman (2017)

Leute – dieses Wochenende war’s endlich soweit! WONDER WOMAN. IM KINO. UND ICH WAR DA.

Ja, ja, okay. Ich beruhig mich ja schon wieder. Aber ihr könnt mir glauben, wenn ich sage, dass ich total auf den Film gehyped war! Und wenn ich ehrlich bin, dann bin ich es immer noch… Aber alles der Reihe nach!

Plot

Die Insel Themyscira liegt gut versteckt vor der Welt der Menschen irgendwo im Mittelmeer. Die Amazonen um Herrscherin Hippolyta wohnen auf dieser Insel, allesamt Frauen. Männer gibt es hier nicht. Diana ist das einzige Kind unter den Amazonen, die Tochter der Königin.

Die Frauen trainieren jeden Tag ihre Kriegskünste für den Tag, an dem der Kriegsgott Ares zurückkehrt. Denn ihre Bestimmung ist es, den Gott zu töten und der Welt den Frieden zurück zu bringen.

Als Diana schliesslich erwachsen ist, gilt sie als die Stärkste der Amazonen. Am Tag ihrer letzten Prüfung erfährt sie ausserdem, dass sie besondere Kräfte zu haben scheint. Doch bevor sie mehr herausfinden kann, stürzt ein Flugzeug in die Wellen vor der Insel. An Board: Steve Trevor, Spion und… ein Mann.

Die Amazonen erfahren von ihm, dass seit Jahren unbemerkt von ihnen der erste Weltkrieg in der Welt der Menschen tobt. Diana ist entsetzt – und entschliesst sich, Ares eigenhändig zu besiegen und so den Krieg zu beenden. Sie begleitet Steve in die Welt der Menschen und das Abenteuer beginnt.

Kritik

Wonder Woman ist meiner Meinung nach zum grössten Teil nicht als klassischer Superhelden-Film zu bezeichnen. Viel mehr ist es eine Art Coming-Of-Age Story über eine junge Frau, die zufälligerweise halt auch noch Superkräfte besitzt.

Diana Prince – wie sie später genannt wird – ist ein faszinierender Charakter. Sie ist eine starke, unabhängige junge Frau mit klaren Ideen und Vorstellungen davon, wie die Welt ist und sein soll. Und sie zieht in einen Krieg, der eigentlich nicht der ihre ist, und wird da das erste Mal in ihrem Leben mit Leid, Schmerz, Trauer und der Grausamkeit, welche die Menschheit mit sich bringt, konfrontiert.

Charakterstudie

Der Film zeigt einen erfrischenden Mix zwischen Naivität, Stärke und Mitgefühl, wenn es um Diana geht. Was Regisseurin Patty Jenkins damit gelingt ist es, eine Heldin zu schaffen, die nicht nur durch ihre körperliche Kraft, sondern auch durch ihre Menschlichkeit und ihren Charakter ausgezeichnet wird. Diana hat Stärken und Schwächen, Vorzüge und Fehler wie jeder Mensch und diese werden auch klar aufgezeigt. Sie ist zwar eine Superheldin, aber noch lange nicht perfekt.

Aber der Film nimmt sich auch genug Zeit, die anderen Charaktere vorzustellen und dem Zuschauer ein Gefühl für sie zu geben. Das Geplänkel zwischen Diana und Steve ist witzig und clever. Schnell wird klargestellt, dass Diana ihm in keiner Hinsicht unterlegen ist, nur weil sie isoliert vom Rest der Welt aufgewachsen ist.

Auch werden die Gefühle, welche die beiden füreinander haben, stets in den Hintergrund gestellt. Wonder Woman ist keine Liebesgeschichte und das ist auch gut so. Sehr erfrischend ist auch die Art, wie Diana mit dem vorherrschenden Patriarchat umgeht. Es ist ein Konzept, das ihr völlig fremd erscheint, ist sie doch auf einer Insel voller Frauen aufgewachsen, die allesamt starke und weise Kriegerinnen sind.

Kein Platz für Sexismus

Wieso sollte da eine Frau nicht bei einem Kriegskabinett dabei sein oder mit den Männern in den Krieg ziehen? Sie begegnet dem sexistischen Alltag im Grossbritannien des 20. Jahrhunderts mit einer gesunden Portion Skepsis und Amüsement – weigert sich aber auch beständig, sich diesen Normen in irgendeiner Weise anzupassen. Kurz gesagt: Wonder Woman schert sich einen Dreck um euren Sexismus!

(Auch wenn man natürlich über ihr Outfit streiten kann… Aber dazu komme ich vielleicht ein anderes Mal. 😉 )

Fazit

Auf persönlicher Ebene war der Film für mich wirklich ein Erlebnis. Ich liebe Superheldenfilme, ich liebe fast alles was Marvel macht, vieles was DC macht… Aber Wonder Woman war irgendwie anders.

Das erste Mal im Kino eine Frau zu sehen, die unerschrocken und Kopf voran in einen Maschinengewehr-Hagel rennt, eine Frau, die Soldaten in den Kampf führt und sich kein einziges Mal von einem Mann retten lassen muss… Mein Herz hat gerast und ich hab mitgefühlt! WOW! Fühlen sich Männer immer so, wenn sie Captain America oder Batman auf der Leinwand kämpfen sehen?

Mein Fazit lautet also… ich will mehr davon! Am liebsten sofort!

Score: ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

 

«Wonder Woman» von Patty Jenkins, mit Gal Gadot, Chris Pine und Robin Wright, Kinostart: 15. Juni 2017

2 Comments

  • Reply
    Tobi
    19/06/2017 at 21:11

    Stimme dir in allen Punkten zu! Der Film riss mich in eine Welt von Mythen und Legenden die aber eng mit der Realität verstrickt sind. Ein DC Film der auch nicht düster und eine grosse Konkurrenz für das Marvel
    Cinematic Universum ist.
    Ging aus dem Kino mit einem breiten lachen und einer tiefen Zufriedenheit.
    Unbedingt mehr!
    Danke für deine Kritiken über Filme auf diese kann ich mich verlassen:)
    Gruss tobi

  • Reply
    Filmreview: The Circle (2017) • The Rude Puppy
    21/07/2017 at 14:35

    […] Meine persönliche Empfehlung ist: Muss man nicht unbedingt im Kino gesehen haben. Schaut lieber noch mal Wonder Woman.  […]

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