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Filmreview: Get Out (2017)

Review Get Out

«Get Out» wird von einigen schon als der Horrorfilm des Jahres betitelt. Der Film von Jordan Peele – sonst eigentlich für seine Comedy Sketches bekannt – hat auf jeden Fall einiges an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kritiker auf der ganzen Welt sangen zum Teil wahre Lobeshymnen auf den Streifen.

Ein Film, der nicht nur durch die klassischen Horror-Elemente punktet, sondern es auch schafft, den subtilen Rassismus, dem PoC immer noch oft im Alltag ausgeliefert sind, ins Zentrum des Schreckens zu stellen.

Was steckt also dahinter? Letztes Wochenende ist «Get Out» endlich auch in die Schweizer Kinos gekommen. Das hab ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin sofort ins Kino gepilgert.

Plot

Der Film verfolgt die Geschichte von Chris Washington und seiner Freundin Rose. Der erste Besuch bei den Eltern von Rose stehen an und Chris ist aufgeregt – allerdings nicht nur, weil das Kennenlernen der Eltern der neuen Freundin sowieso nervenaufreibend ist.

Sondern auch, weil die Eltern seiner neuen Freundin in einer typisch-amerikanischen, ziemlich weissen Vorstadt wohnen, selber weiss sind und vor allem nicht wissen, dass er selber schwarz ist.

Rose versichert ihm, dass ihre Eltern keine Rassisten sind. Doch als die beiden am idyllischen Haus am See ankommen, schlagen bei Chris ziemlich schnell die ersten Alarmglocken. Die beiden Hausangestellten der Armitages sind beide schwarz und verhalten sich zudem fast wie ferngesteuert. Rose’s Bruder ist ein gewaltbereiter Alkoholiker. Und von da an wird alles nur noch seltsamer.

 

 

Kritik

Der Film ist sehr stimmungsvoll aufgebaut und stellt seine zwei Hauptdarsteller gleich zu Beginn als sehr sympathisches Pärchen dar. Man fühlt mit den beiden, die sich gegen so einige Vorurteile und subtilen Rassismus wehren müssen.

Die seltsamen Umstände, die im Hause Armitage herrschen, zeigen sich schleichend, was dem Film ein sehr gelungenes Mystery-Feeling gibt. Man weiss eigentlich von Anfang an, dass hier etwas so ganz und gar nicht stimmt. Aber irgendwie kann man einfach nicht sagen, was es denn ist.

Das Tempo des Films ist zügig, aber nicht zu schnell. Neue Situationen werden gut eingeführt und die seltsamen Ereignisse häufen sich zwar zunehmend gegen Ende, jedoch ohne zu dick aufzutragen.

Trotz sehr guter Besetzung fand ich allerdings einige Charaktere manchmal fast zu überspitzt dargestellt. Einige Male, als Szenen wohl als überraschende Twists geplant waren, war ich leider nicht ganz so überrascht.

Dennoch: Ohne dem Ende zu viel vorwegnehmen zu wollen, muss ich doch sagen, dass es fantastisch umgesetzt wurde. Man könnte sagen, der Film, der die erste Stunde lang eher mit ruhigem, unterschwelligem Psycho-Terror geglänzt hat, plötzlich mit einem lauten Knall endet. Und was für einer!

 

Alles in allem fand ich den Film sehr gelungen und würde ihn Fans von Horrorstreifen im Stil von «It Follows» empfehlen.

 

Score: ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

 

«Get Out» von Jordan Peele, mit Daniel Kaluuya und Allison Williams, Kinostart: 4. Mai 2017

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