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Filmreview: The Mummy (2017)

Film Review The Mummy

Diesen Donnerstag ist «The Mummy – die Mumie» mit Tom Cruise ins Kino gekommen. Ist es ein Remake der kultigen Filme der “Mummy” Franchise? Nicht wirklich. Man könnte es eher als ganz sanfte Anlehnung an diese Filme anschauen.

Um meine Ungeduld zu stillen, während ich auf «Wonder Woman» warte, bin ich ins Kino und hab mir diesen neuen Action-Adventure Film angesehen.

Plot

Vor 2000 Jahren ist die ägyptische Prinzessin Ahmanet vom Pfad des Guten abgekommen. Nachdem sie einen Pakt mit dem Totengott Set geschlossen hat, ermordet sie ihren Vater sowie ihren Halbbruder, der sie in der Thronfolge ablösen sollte. Doch bevor sie den Pakt vollenden und Set eine menschliche Gestalt zukommen lassen konnte, wurde sie von ihren Untertanen gestoppt. Die Prinzessin wurde daraufhin zur Strafe lebendig mumifiziert und in einem gut versteckten Grab begraben.

Viele Jahre später wird das Grab von zwei Soldaten entdeckt und der Sarkophag wird zurück an die Oberfläche gebracht. Ahmanet erwacht und ist immer noch versessen darauf, den Pakt mit Set zu vollenden. So beginnt das Chaos.

Kritik

Der Film fängt interessant an. Die Hintergrundgeschichte von Ahmanet wird etwas ausgeleuchtet und in schönen Bildern von wallenden Kleidern in einer Wüstengegend unterstrichen. Man lernt die Beweggründe hinter ihrem Fall und warum sie sich zur bösen Seite wandte.

Der Film fängt schon früh mit ein paar Plotholes an, aber noch nichts, was man dem Film zuliebe nicht einfach übersehen könnte (wenn man so grosszügig sein will). Dann wechselt es zur heutigen Zeit und der Hauptcharakter wird vorgestellt: Tom Cruise in der Rolle von… Tom Cruise aka Nick Morton.

Dieser Charakter ist eine so typische Tom Cruise-Rolle dass ich fast vermuten muss, dass die Geschichte extra für ihn geschrieben wurde. Es hört dann auch nicht mehr so schnell auf mit den vielen, vielen Klischees. Unterstützt wird Nick Morton von einem Mit-Soldaten (der aber bald verstirbt, da es ja nicht mehr als einen männlichen Helden geben darf) und einer hübschen blonden Archäologin.

Viel mehr als hübsch sein darf die Archäologin Jenny im ganzen Film dann leider auch nicht. Obwohl anfangs impliziert wird, dass sie sehr intelligent sein soll, kommt das im Rest des Films irgendwie nicht mehr zum Zug. Auch sonst ist Jenny grösstenteils nutzlos und muss in wirklich jeder Situation von unserem Helden gerettet werden.

Klischee-Schleuder

Schön und gut, es ist ein Action-Film, diese Tropen sind ja in diesem Genre nicht unüblich. In diesem spezifischen Falle war es für mich aber irgendwann so schlimm, dass ich tatsächlich gegen Ende des Filmes angefangen habe, auf den Sieg der Mumie zu hoffen.

Ihres Thrones beraubt wegen einer patriarchischen Tradition, die einen männlichen Nachfolger bevorzugt, obwohl sie ihr Leben lang vorbereitet und trainiert wurde auf die Rolle der Königin… Ich fand ihre Motivation plötzlich irgendwie nachvollziehbarer als diese zwei Hampelmänner, die da versuchten, den selbstauferlegten Fluch zu brechen.

Die Mumie fand ich an sich spannend umgesetzt. Auch wenn sie eigentlich mehr von einer Hexe hatte als von einer Mumie. Von ihren Zombie-Untergebenen reden wir jetzt hier gar nicht erst. Sofia Boutella hat der ägyptischen Prinzessin aber eine für mich interessante Dimension gegeben und ich bin begeistert von ihrer oft sehr ausdrucksvollen Performance.

Der letzte Drittel des Films ist dann leider nur noch ein chaotisches Durcheinander. Und ich will gar nicht erst anfangen von dieser ganzen Sache mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde, die plötzlich auftauchen. Oder die billig Version der «Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen» die auch noch rein gequetscht wurde.

Fazit

Aber: Trotz den vielen Mängeln, die ich in diesem Film gesehen habe, gab es auch einige rettende Eigenschaften. Oft wurde beispielsweise im Skript mit einem fast selbstironischen Humor gearbeitet, was sehr erfrischend war zwischen all den abgedroschenen Klischees, die der Film einem antut.

Was die Action angeht, macht der Film für sein Genre auch alles richtig. Die Action-Szenen sind spannend, die Stunts gut gemacht und die CGI sind auch sehr beeindruckend.

 

Der Film ist sicherlich ideal geeignet für alle, die keine grossen Ansprüche an die Story haben und viel Action und Explosionen mögen. Fans von Tom Cruise werden sicherlich auch auf ihre Kosten kommen.

Fans der Filme mit Brendan Fraser sollten diesen Film vielleicht lieber auslassen…

 

Score: ★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)

The Mummy Review

 

 

«The Mummy» von Alex Kurtzman, mit Tom Cruise, Sofia Boutella und Russell Crowe, Kinostart: 8. Juni 2017

2 Comments

  • Reply
    Tobi
    12/06/2017 at 20:00

    Dr Jekyll ist meiner Information nach im Film weil Universal Pictures das Dark Univers mit diesem Film startet.
    Es werden in den nächsten Jahren vermehrt Filme mit diversen Monster kommen. Nächster Film wird Darcula sein. Weitere wie Frankenstein oder Personen aus Liga der aussergewöhnlichen Gentelmans kommen eigene Filme und finden sich wie bei MCU Avanger zusammen.

    • Reply
      Cat
      13/06/2017 at 15:42

      Hoi Tobi 🙂

      Das klingt ganz plausibel, so macht auch das Ende des Films Sinn!
      Find’s leider trotzdem sehr chaotisch in den Film integriert, hätte man besser machen können. Aber wenn wir ehrlich sind, werd ich dann die anderen Filme ja trotzdem schauen, von dem her 😛
      Ob wir allerdings SCHON wieder ein Dracula oder Frankenstein Remake brauchen, sei jetzt mal dahingestellt… xD

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