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Solitude: Wieso wir manchmal allein sein müssen

allein sein

 

Wir sitzen eng umschlungen, Hand in Hand, Kopf auf Schulter, Bein an Bein. Wir sind uns so nah wie sonst keinem Menschen, Nähe die nicht nur physisch ist sondern auch unter die Haut geht. Ich will mich nicht bewegen, nicht mal atmen, weil jede Bewegung mich weg von dir bringt. Wir fühlen uns so wohl und geborgen, als gäbe es nichts Schlechtes auf der Welt.

Ich neige in Beziehungen dazu, bei meinem Partner so viel Nähe wie möglich zu suchen. Kennt ihr das? Es ist, als könnte ich plötzlich nicht mehr allein existieren. Völlig unsinnig natürlich. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass mein Kopf regelrecht eine Abhängigkeit entwickelt.

Allein sein ≠ einsam sein

Vielen Menschen geht es so, denke ich. Grade wenn die Beziehung frisch ist, aber manchmal auch, wenn sich schon ein paar Jährchen eingeschlichen haben. Dieses Denken ist in gewissem Masse natürlich gesund, so funktioniert eine Beziehung. Ein dynamisches Spiel von Liebe, Respekt und diesem Gefühl der Zusammengehörigkeit – ohne dieses wäre eine Beziehung langweilig und evolutionstechnisch gesehen auch sinnlos.Ich neige in Beziehungen dazu, bei meinem Partner so viel Nähe wie möglich zu suchen. Kennt ihr das? Es ist, als könnte ich plötzlich nicht mehr allein existieren. Völlig unsinnig natürlich. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass mein Kopf regelrecht eine Abhängigkeit entwickelt.

Aber manchmal kann es Überhand nehmen. Der Partner wird erdrückt von zu vielen Erwartungen. Man reitet sich irgendwie selbst in diesen Sumpf, aus dem man fast nicht mehr raus kommt. Plötzlich ist man beleidigt, wenn nicht jede freie Minute mit einem selbst verbracht wird. Man regt sich auf, dass der Partner noch andere Dinge zu tun, andere Beziehungen zu pflegen hat!

Wann wird’s zu viel?

Dieser Verbrechen hab ich mich schon unzählige Male schuldig gemacht. Über die kleinsten Ablehnungen habe ich mir stundenlang den Kopf zerbrochen! Als würde mir mein Partner ständig 100% seiner Aufmerksamkeit schulden.

Aber das ist genau da liegt der Hase begraben. Mein Partner schuldet mir nämlich gar nichts, genau wie ich ihm auch nichts schulde. Wir spielen nicht gegeneinander, müssen keine Punkte zählen oder Levels erreichen, in dem wir gewisse vorgesteckte Ziele des andern erreichen. Wir sind ein Team und ziehen am selben Strang.

Ich glaube, das verlieren wir manchmal ein bisschen aus den Augen. Ich glaube auch, wir Menschen haben manchmal ganz einfach verlernt, allein zu sein. Im Zeitalter der ständigen Verfügbarkeit vergessen wir, dass das Alleinsein auch etwas Gutes sein kann. Zeit mit sich selber zu verbringen ist schliesslich nicht nur wichtig für’s Seelenheil, sondern es macht auch verdammt viel Spass! Eigentlich sind wir doch alle im Grunde ziemlich coole Menschen, oder?

allein sein

Zeit allein mit sich selber sollte darum nicht nur daraus bestehen, drauf zu warten, dass der Partner zurück kommt. Viel mehr sollte man sich wieder selber kennen lernen, wie man eigentlich so drauf ist, wenn niemand sonst da ist. Es ist Zeit, Neues zu lernen oder Altes wiederzuentdecken. Sich mit seinen Guilty Pleasures zu vergnügen oder all die Dinge zu erledigen, die eben manchmal für den/die Liebste/n zur Seite gelegt werden.

Absence Makes The Heart Grow Fonder

So bleibt auch die Beziehung viel gesünder. Wenn jede freie Minute mit dem Partner verbracht wird, was erzählt man sich dann abends noch beim Abendessen? Eigene Hobbies, Leidenschaften und Erlebnisse machen auch für den Partner interessant und entlastet ihn gleichzeitig von der Bürde, ständig Unterhaltung, Support und Zuneigung spenden zu müssen.

Lernt also, wieder glücklich mit euch allein zu sein! Ich musste es auch wieder lernen und es war nicht immer einfach. Aber die Belohnung dafür – eine gesunde Beziehung zum Partner und sich selber – ist die Anstrengung allemal wert. Schlussendlich will ich lieber ein paar Tage ohne meinen Partner sein, während er sein eigenes Ding durchzieht, als dass ich den Rest meines Lebens ohne ihn verbringen muss.

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